1970-1979

Feuer, Wasser und viele Tränen – Flammenhölle in Bischofsheim

Geschrieben von Rhön- u. Saalepost am 02.07.1976

Großfeuer vernichtete im Zentrum elf Scheunen und zwei Wohnhäuser

 

Bischofsheim (rk). Mehr als 280 Feuerwehrleute versuchten in der Nacht zum Donnerstag einer der größten Brandkatastrophen, die das Rhönstädtchen Bischofsheim je erlebt hat, Herr zu werden. Gegen 22.50 Uhr war mitten im Zentrum in einer Scheune ein Feuer ausgebrochen, das die ganze Stadt in Schutt und Asche zu legen drohte. Nur dem schnellen Einsatz von 18 Wehren aus den Landkreisen Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen und sogar aus Hessen war es zu danken, daß die Flammen nicht noch größeren Schaden anrichteten. Dennoch bleibt die Schreckensbilanz nach den Löscharbeiten beachtlich: elf Scheunen und ein Wohnhaus fielen dem „roten Hahn“ zum Opfer, zwei weitere Häuser wurden schwer beschädigt. Nach ersten Schätzungen beläuft sich der Schaden auf über eine Million DM. Personen wurden nicht verletzt.

Die enge Bauweise des in der Nähe des Marktplatzes gelegenen Viertels ermöglichte den Flammen schnelles Übergreifen auf andere Gebäude. Der Zugang zu den brennenden Häusern war für die Feuerwehr oft mit Schwierigkeiten verbunden. Dennoch fanden die Löschmänner überwiegend günstige Verhältnisse vor. Windstille und ausreichende Mengen an Wasser erleichterten die Löschbemühungen. Allerdings mußte das Bischofsheimer Schwimmbad völlig leergepumpt werden. Obwohl das Großfeuer bereits eine Stunde nach Mitternacht unter Kontrolle war, zogen am gestrigen Donnerstag noch dicke Rauchschwaden über die Brandstätte.

Während des Feuers sorgten Polizeibeamte aus Bad Neustadt und Bad Kissingen und Beamte der Grenzpolizei Mellrichstadt für die Absperrung des Brandortes. Zahlreiche Zuschauer wollten sich das makabre Schauspiel nicht entgehen lassen und waren mitunter ein Ärgernis für die im Einsatz befindlichen Feuerwehrleute. Unterstützung bekam die deutsche Polizei von Kollegen der amerikanischen Militärpolizei.

Über die Ursache, die zum Entstehen des Feuers führte, herrscht noch Unklarheit. Die Kriminalpolizei Schweinfurt hat die Ermittlungen aufgenommen. Die letzte große Brandkatastrophe im Altlandkreis Bad Neustadt wurde vor zwei Jahren registriert, als in Oberweißenbrunn die Flammen einen Schaden von rund 500.000 DM anrichteten.

 

In der Not bewiesen sie Solidarität

Geschrieben von Rhön- u. Saalepost am 05.07.1976

Soldaten und Nachbarn helfen den Betroffenen der Brandkatastrophe in Bischofsheim

 

Bischofsheim (ok). Noch immer lastet wie ein Alpdruck die Feuersbrunst über der Stadt. Die meisten der abgebrannten Scheunen und Wirtschaftsgebäude wurden zwar nicht mehr landwirtschaftlich genutzt, doch für jene, für die das ererbte Anwesen Existenzgrundlage war, wirft diese Brandkatastrophe schwerwiegende Probleme auf. Vielen drängt sich die Frage auf, ob es lohnt, wieder aufzubauen oder ob Nachfolger da sind, die das verpflichtende Erbe der „Alten“ übernehmen.

#Die Patenbatterie 4/355 aus Wildflecken, die mit einer starken Mannschaft unter Kompanie-Chef Hauptmann Hitscherrich, Hauptfeldwebel Hepp, Oberfeldwebel Fenrich und Leutnant Niederhausen anrückte und die vielen bereitgestellten Schlepper mit Abraum beluden. Am nächsten Tag rückten die Soldaten der US-Armee der 54.th.engineer unter Oberstleutnant Howard D. Graves mit acht Lkw, 1 Kran, 1 Großbagger, 1 Bulldozer und zwei schweren Ladegeräten an und schafften den gesamten angefallenen Brandschutt weg. Dieser beispiellose Einsatz der Männer sparte den Betroffenen nicht nur viel Mühe und Schweiß, sondern auch einen kaum schätzbaren „Batzen“ Geld. Alle Nachbarn waren bemüht, die Soldaten sowie die schwer strapazierten wachhabenden Feuerwehrleute gut zu versorgen.

Wohl verstanden wurde von allen Bürgern, dass diese großzügige Aktion in erster Linie dem Bürgermeister der Stadt Bischofsheim, Hans Repp, zu verdanken ist, dessen gute Freundschaft mit dem Standortkommando der US-Armee in Wildflecken, Oberst Cottingham, sowie der Patenbatterie mit Hauptmann Hitscherrich die besten Voraussetzungen für diesen Beweis echter Solidarität gewesen ist.

 

Sechs Verletzte

Geschrieben von Rhön- u. Saalepost am 02.01.1979

Bischofsheim. Am Sonntag gegen 13 Uhr, erreignete sicha uf der B279 bei Bischofsheim ein Verkehrsunfall, bei dem sechs Personen verletzt wurden. Ein aus Richtung Bad Neustadt kommender Pkw-Fahrer kam beim Überholen auf eisglatter Fahrbahn ins Schleudern und prallte rückwärts auf einen aus Richtung Fulda kommenden Pkw. Alle in den Fahrzeugen mitfahrenden Personen wurden verletzt ins Kreiskrankenhaus Bad Neustadt eingeliefert, von wo zwei Personen nach ambulanter Behandlung wieder entlassen wurden. An den Pkw entstand Totalschaden.